Literatur

[Rezension] Fahrenheit 451

28. Dezember 2017

Nach langer Zeit bin ich endlich mal wieder dazu gekommen, ein Buch nicht nur anzufangen, sondern auch zu beenden. In diesem Fall handelt es sich um das Buch „Fahrenheit 451“ von Ray Bradburry aus dem Jahr 1953. Die Geschichte erzählt von einer Zukunft, in der es verboten ist, Bücher zu lesen und diese deshalb von der Feuerwehr verbrannt werden. Inmitten dieses Systems wird der Feuerwehrmann Guy Montag von einem jungen Mädchen überzeugt, selbiges in Frage zu stellen und die Bücher, die er bis dahin immer verbrannt hat, auch einmal zu lesen.

Meine Meinung: Ich bin durch einige Posts im Internet auf Fahrenheit 451 aufmerksam geworden. Die Thematik hat mich interessiert, also habe ich es mir einfach mal gekauft und nach längerer Pause auch endlich mal zu Ende gelesen. Wer bei diesem Buch eine extreme Spannungskurve mit viel Action erwartet, wird enttäuscht werden, lediglich gegen Ende wird es noch einmal spannend, auch wenn der Fokus nicht auf der Aufregung liegt. Viel mehr geht es in dem Buch darum, diese düstere Version einer möglichen Zukunft darzustellen. Die Erzählung ist gespickt mit starken Monologen zu Themen wie Intellektualität, die Bedeutung von Literatur und die Wichtigkeit von Erinnerungen, die es deshalb auch in meine Liste der Lieblingsmomente geschafft haben.

Dieses Buch enthält Charaktere, die man liebt, Charaktere, die man abgrundtief hasst und Charaktere, bei denen man sich nie so richtig sicher sein kann, was sie mit einem machen. Auch diese Zerrissenheit verleiht der Geschichte eine Dynamik, die auch perfekt ohne große Spannungsbögen auskommt und wenn dann gegen Ende ein Wortgefecht mit Zitaten aus berühmten literarischen Werken ausgetragen wird, wird erst richtig deutlich, welche Bedeutung Literatur und die Art und Weise wie man sich ausdrücken kann hat und welche Bedeutung einzelnen Worten zugemessen wird.

Lieblingsmomente*:

S. 74 – 77: Montags Chef Beatty erklärt, was Intellektualität und die Abneigung der breiten Masse gegen diese mit der Verbrennung der Bücher zu tun hat.

S. 99 – 101: Faber erzählt Montag, was Literatur ausmacht und welche drei Dinge man im Leben braucht.

S. 172 – 175: Granger spricht darüber, dass das bloße Erinnern an Bücher eines Tages dazu führt, dass sie wieder aufgeschrieben werden und lobt die Fähigkeit der Menschen, immer wieder von vorne zu beginnen.

S. 178: Granger erläutert, dass jeder Mensch in seinem Leben etwas erschaffen muss, damit seine Seele darin weiterleben kann, wenn er stirbt.

S. 185: Granger erzählt über den Phönix und wie sein ständiges Sterben und seine Wiedergeburten eine Metapher für die fortschreitenden Generationen der Menschen und ihre Erinnerungen sind.

* Die Seitenangaben beziehen sich immer auf die Version von Fahrenheit 451, die ich habe. ISBN: 978-3-453-16412-3

Zitat Fahrenheit 451

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